Sonnenbräu AG

Alte Landstrasse 36
Postfach 144
9445 Rebstein
Tel. 071 775 81 11
Fax 071 775 81 12
info@sonnenbraeu.ch
bestellung@sonnenbraeu.ch

Öffnungszeiten

Montag - Freitag
07.30-12.00, 13.15-17.30 Uhr
Samstag
07.30-12.00 Uhr
Konsum sinkt, Sonnenbräu wächst
Sonntag, den 09. März 2014 um 00:00 Uhr

sonnenbraeukuehlung

Im Braujahr 2012/2013 wurden in der Schweiz 43 887 Hektoliter Bier weniger getrunken als im Braujahr zuvor. Nicht so bei der Rebsteiner Brauerei Sonnenbräu: «Wir sind gewachsen», sagt Geschäftsführerin Claudia Graf.

REBSTEIN. Der Schweizer Biermarkt verzeichnete im Braujahr 2012/2013 (1. Oktober 2012 bis 30. September 2013) einen Rückgang des Bierkonsums um 0,9 Prozent. Insgesamt haben die Schweizer Br

auereien 4,1 Prozent weniger Bier produziert; im Gegensatz dazu stiegen die Importe um 9,1 Prozent, im Jahr zuvor waren es noch 4,1 Prozent. Der Bierimport-Anteil am gesamten Schweizer Markt beträgt aktuell 26,1 Prozent (Vorjahr 23,7 Prozent).

Gewachsen dank neuer Kunden

Entgegen dieser Entwicklung hat sich die Sonnenbräu AG am Markt behauptet und nicht weniger Bier verkauft. «Wir sind zwar gewachsen, haben aber vor allem im Detailhandel den Druck schon gespürt. Zum Teil hatten wir recht Mühe, konnten dies aber dank Neukunden kompensieren; zu Marktpreisen», sagt Claudia Graf, Geschäftsführerin der Sonnenbräu AG, auf Anfrage.

Zu spüren bekommen die Schweizer Brauereien vor allem die Importe von Billigbieren in Dosen. Sie stammen meist aus Brauereien mit Überkapazitäten, die billig auf den Markt geworfen werden.

Lager und Spezial im Trend

Einen Anteil an den Importbieren haben auch trendige und exotische Biere. Deutschland ist in der Schweiz mit Weizenbier gut im Geschäft, andere Länder mit sogenannten Craft Beers.

Auch Sonnenbräu produziert Trendbiere. Nimmt auch deren Absatz stark zu? «Wir produzieren schon relativ lange Spezialitäten und sind hier auch gut abgedeckt. Wir spüren aber keinen Trend hin zu den Spezialitäten», sagt die Sonnenbräu-Geschäftsführerin. Sie habe zurzeit eher das Gefühl, das Gegenteil sei der Fall und der Trend gehe wieder mehr in Richtung Lagerbier, «Spezli».

Der Stammtisch ist tot

Mindestens so grosse Sorgen wie die billigen Importbiere bereitet Claudia Graf ein anderer Trend: «Immer mehr Beizen schliessen, es werden Wohnungen daraus gemacht. Das ist schon etwas, was einem beunruhigt.» Ihrer Ansicht nach leiden die Beizen unter dem toten Stammtisch.

Das klassische Feierabendbier gibt es kaum noch; es gebe viele Restaurants, in denen zwischen 17 und 19 Uhr nichts los sei. Dazu komme das Rauchverbot, das die Sache für die Wirte nochmals schwieriger gemacht hat. Das alles zusammen sei für manche zu viel geworden.

Preiskampf bereitet Sorge

Eigene Restaurants hat Sonnenbräu noch zwei, eines in Altstätten und eines in Rüthi. Früher habe die Brauerei mehr Restaurants besessen, weil man in Zeiten des Kartells das Gebiet nur mit eigenen Beizen erweitern konnte.

Sorge bereitet den Betreibern von kleineren Brauereien auch der enorme Preiskampf im Detailhandel. «Grossbrauereien kommen mit unglaublichen Aktionen auf den Markt. Dabei geht es nur noch um Mengen», ist Claudia Graf überzeugt.

Club hat grossen Stellenwert

Ohne die markentreuen Biertrinker sähe es mit den Zahlen anders aus, dann hätte Sonnenbräu nicht so einen Erfolg. Ein grosses Kapital der Rebsteiner Brauerei ist die Qualität, auf die grösster Wert gelegt werde. Jüngst hat Sonnenbräu für zwei zur Jurierung eingesandte Biere zwei Goldmedaillen bekommen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor der Brauerei heisst Innovation. Bereits im Mai können sich die Freunde des Gerstensafts auf ein neues Bier freuen.

Wenn von Fans die Rede ist; welche Bedeutung hat der Sonnenbräu-Fanclub bei der Brauerei? «Der hat einen sehr grossen Stellenwert. Er gibt uns die Möglichkeit, sehr nahe am Kunden zu sein. Zugleich ist er ein Sprachrohr; allein die Mund-zu-Mund-Propaganda bringt uns sehr viel», meint die Sonnenbräu-Geschäftsführerin.

Viele der Fans täten genau das, für was auch die Brauerei einstehe: «Sie sagen, wir trinken unser Bier, aus unserer Region, unserer Heimat», sagt Claudia Graf.